Bitte nehmen Sie sich die 4,2 Minuten Zeit und lassen den Inhalt dieses Videos auf sich wirken.
Es ist zwar keine professionelle Studioproduktion, aber der Inhalt wird Ihnen sicherlich Verständnis
für unsere Anliegen, für unsere Planungen und für unsere ehrenamtlichen Tätigkeiten näher bringen.
Bei dem  Video handelt es sich um ein Schulprojekt  der Herschelschule aus dem Jan.2009.

 


 

 

 
PARTNERSCHAFT MIT AFRIKA
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“Das Potential für partnerschaftlicMeinung hes Handeln ist meiner nach noch lange nicht ausgeschöpft.
Ich sage bewusst partnerschaftlich. Dies muss sich ändern. Das geht nicht von heute auf morgen: Ein langer Lernprozess steht uns noch bevor. Er wird für beide Seiten schmerzlich, aber auch bereichernd sein: Schmerzlich, weil wir uns eigenen Fehlern stellen müssen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben.
Bereichernd, weil Deutsche und Europäer viel von afrikanischer Kultur, afrikanischem Selbstbehauptungswillen, Optimismus und Flexibilität lernen können."
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Bundespräsident Horst Köhler
am 13. Januar 2007
 
 
 
PARTNERSHIP WITH AFRICA
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"I believe we are a long way from exhausting the potential for action in a spirit of partnership.
I deliberately say "in a spirit of partnership" That must change. It cannot happen overnight: we are at the start of a long learning curve.
For both sides it will be painful, but also rewarding: painful, because we will have to face up to the mistakes we have made in the past; rewarding, because Germans and Europeans can learn much from African culture, Africa's will-power, African optimism and flexibility."

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Federal President Horst Köhler
January 13, 2007
 
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Rede von Bundespräsident a.D.Horst Köhler
 
zur Eröffnung der zweiten Konferenz "Partnerschaft mit Afrika"
 
13.01.2007 in Accra, Ghana
 
Afrika ist die Wiege der Menschheit. Gleichzeitig ist Afrika ein junger Kontinent. Die Jugendlichen zwischen 12 und 24 Jahren stellen ein Drittel der Bevölkerung.

Dies kontrastiert deutlich mit der Bevölkerung in Europa. Einerseits steckt Afrikas Jugend voller Dynamik,
Kreativität und Potential. Andererseits bedrohen bewaffnete Konflikte, Arbeitslosigkeit, Krankheiten, Armut und Hunger vor allem die Jugend. Afrikas Jugend verdient eine bessere
Zukunft.

Daher haben wir uns entschlossen, das Gespräch mit der Jugend in den Mittelpunkt der diesjährigen Forumsveranstaltung zu stellen.

 
Warum noch einmal das Thema Jugend? Warum noch einmal das Thema Partnerschaft? Man
 
könnte auf die vielen bestehenden Aktivitäten im Rahmen von NEPAD und der AU verweisen. Dazu gibt es die Millennium Development Goals, Tony Blairs Commission on Africa, Nichtregierungsorganisationen und vieles mehr.

Dennoch, mit einer systematischen
Aufarbeitung derjenigen Themen, die die Jugend betreffen, stehen wir erst am Anfang. Das NEPAD Framework Paper von 2001 streifte die Jugendprobleme nur. Die African Youth Charter wurde erst im Juli 2006 verabschiedet. Auch die NEPAD e-Africa Commission und
Schulinitiativen stecken noch in den Kinderschuhen.

Dies ist erstaunlich. Wir leben in einer
Welt; eine Welt die immer näher zusammenrückt. Für die Jugendlichen von heute wird es immer weniger nationale und immer mehr "Weltinnenpolitik"
geben.
 

(Präsident a.D. Kufour/Ghana / Bundespräsident a.D. Köhler/Germany)
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Ghanas Ex-Präsident Kufuor und ich haben uns daher entschlossen, Jugendliche aus Afrika und Deutschland unter dem überwölbenden Thema der Partnerschaft in vier Arbeitsgruppen zusammenzubringen. .

1. Umwelt und die Gestaltung der natürlichen Lebenswelt,
2. Kriegerische Konflikte und alltägliche Gewalt,
3. Bildungschancen und
Beschäftigungsmöglichkeiten,
4. Demokratische Mitgestaltung, insbesondere die Beteiligung
junger Erwachsener an politischen Entscheidungen und das Verhältnis junger Menschen zur Politik.


Ich habe mich mit den Jugendlichen Ende November vergangenen Jahres in Wittenberg getroffen. Ihr Engagement und ihre Ernsthaftigkeit, ihr Wissen und ihre Neugier haben mich sehr beeindruckt. Wir alle hier können uns auf eine lebhafte Diskussion freuen. Wir haben die Jugendlichen gebeten, ihre Forderungen klar zu artikulieren und uns konkrete, umsetzbare Vorschläge zu machen, wie Partnerschaft ihrer Meinung nach gestaltet werden kann. Ich glaube, dass die Bereitschaft auf beiden Seiten vorhanden ist, drängende Fragen im partnerschaftlichen Geist anzugehen.

Hierfür gibt es genug Beispiele. Im Umweltbereich
liefern afrikanische NROs Informationen über Umweltzerstörungen durch europäische Firmen an ihre Partner in Europa, die dann entsprechenden Einfluss auf die betreffenden Firmen nehmen können. Im Bildungsbereich gibt es erfreulicherweise zunehmend mehr Partnerschaften zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Afrika und Europa.

Dennoch stehen wir erst am Anfang. Das Potential für partnerschaftliches
Handeln ist meiner
Meinung nach noch lange nicht ausgeschöpft. 


Ich sage bewusst partnerschaftlich. Nicht nur, weil die jungen Menschen aus Deutschland aus den Diskussionen auch viele Anregungen für die Gestaltung der eigenen Zukunft mitnehmen. Sondern auch, weil zu viele Experten aus Europa zu schnell mit ihren fertigen Konzepten nach Afrika kommen. Zu oft wurden diese Pläne übernommen, bloß damit Gelder für Projekte fließen.

 
 
Dies muss sich ändern.

Das geht nicht von heute auf morgen: Ein langer Lernprozess steht uns noch bevor. Er wird für beide Seiten schmerzlich, aber auch bereichernd sein: Schmerzlich, weil wir uns eigenen Fehlern stellen müssen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben.

 
Bereichernd, weil Deutsche und Europäer viel von afrikanischer Kultur,
 
afrikanischem Selbstbehauptungswillen, Optimismus und Flexibilität lernen können.

Auf der anderen Seite können die Menschen in Afrika von den Werten profitieren, die in Europa vor allem seit der Renaissance in einem mühsamen Prozess, oft genug von Rückschlägen unterbrochen, geschaffen wurden: Menschenrechte, Rechtssicherheit und Demokratie.

Dies sind nun einmal entscheidende Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben in Würde.
Gestern sprach ich von Sankofa, dem Vogel der Akan, der nach hinten schaut. Erlauben sie mir daher einen weiteren kurzen Blick in die Vergangenheit: Europa ist nicht nur geistig, sondern auch wirtschaftlich und technisch einen langen Weg der Modernisierung gegangen,
ohne den der heutige materielle Lebensstandard nicht denkbar wäre.

Technische Veränderungen haben dabei - zum Teil schauerliche - gesellschaftliche Veränderungen nach
sich gezogen. Die Modernisierung war kontrovers und hat unsere Gesellschaft fundamental verändert.
 

Trotz aller Unterschiede auch in Europa gibt es einige Grundvoraussetzungen, an denen eine moderne Gesellschaft nicht vorbeikommt. Arbeitsteilung erfordert Disziplin, Investitionen langfristige Stabilität, technische Neuerungen Kreativität und Ausbildung. Ähnliches gilt auch für die Demokratie: Freie Wahlen können nur funktionieren, wenn auch Informationen frei zugänglich sind. Transparenz bringt Politiker unter heilsamen Rechtfertigungsdruck und ist damit ein wichtiges Instrument im Kampf für Rechtsstaatlichkeit und Rechtschaffenheit.
 

Europa hatte den Luxus, seine Modernisierung ohne viel Wettbewerb von anderen Gesellschaften durchzuführen, ohne mit anderen Gesellschaften konkurrieren zu müssen.

Im Gegenteil: Während Menschen in Europa im Zeitalter der Aufklärung selber für mehr politische Partizipation und Gerechtigkeit kämpften, nutzte der Kontinent seine technische Überlegenheit aus, um Dominanz in Asien, Afrika und Lateinamerika auszuspielen. Auch heute ist es nicht konsequent, in Europa selber Gerechtigkeit zu fordern, aber die Augen vor Unrecht in Afrika zu verschließen. Das bedeutet auch, dass wir im Norden unser Verhalten ändern müssen. Im politischen Bereich können wir Menschenrechtsverletzungen nicht hinnehmen, die sich auf unserem Nachbarkontinent ereignen. Im wirtschaftlichen Bereich dürfen wir nicht Afrika die Türen vor Exportchancen zuschlagen.

Ich meine damit
zum Beispiel konkret die Fischereipolitik der EU, die Überkapazitäten aufgebaut und
afrikanischen Ländern Fischereirechte abgekauft hat.
Ich meine damit auch subventionierte
Exporte von Überschüssen in der Nahrungsmittelproduktion, die die afrikanischen Märkte überschwemmen, und eine eigenständige Entwicklung einer nachhaltigen Ernährungsbasis in Afrika behindern.
 

Es gibt in Deutschland eine Bereitschaft zur Transparenz.
Allerdings steckt auch dies in den Kinderschuhen. Erst seit 1999 gibt es genauere Richtlinien für einen "ethical code of conduct" für Firmen.

Die jüngsten strafrechtlichen Ermittlungen gegen einen großen Konzern in Deutschland wegen Bestechung und schwarzer Kassen, zeigen, dass wir bereit sind, unseren Worten auch Taten folgen zu lassen.

Ähnliches muss auch für die anderen Verpflichtungen der Industrieländer gelten.
Ich hoffe, dass Deutschland im Jahr der Präsidentschaft der G8 und
der
EU ein gutes Beispiel gibt


Der Hunger nach Gerechtigkeit ist überall groß.
  Insbesondere bei der Jugend.


Wenn wir unserer Jugend keine Zukunft geben, haben wir unsere Gegenwart verspielt.
Hoffnungslosigkeit ist die größte Quelle von Gewalt. Es ist ein Teufelskreis, den wir
 
durchbrechen können.  Es gibt ermutigende Beispiele: Japan, China und Indien, aber auch
Vietnam und Thailand zeigen, dass auch andere Kulturen erfolgreiche Modernisierungen
geschafft haben.
 

Ich sehe keinen Grund, dass Afrika nicht den Weg
in seine Moderne finden kann.
 

  .

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ökonomische Apartheid und die Folgen
Kommentar v.Julia Ruminski in AFRICA POSITIVE Ausgabe Nr.20/2006

 

Die Welt befindet sich im Ungleichgewicht:

Überfluss und Wohlstand auf der einen, Armut und Mangel auf der anderen Seite. Es fällt immer schwerer, das Thema zu verdrängen, die Ereignisse häufen sich, und immer öfter werden auch die wohlhabenden Länder des Nordens zum Schauplatz ökonomischer Ungerechtigkeiten

 Verfolgt man momentan die internatio­nalen Nachrichten, hört man es immer wie­der: Afrikaner versuchen nach Europa zu fliehen. So schwierig ist dieser Versuch, dass sie sich jetzt in Massen zusammentun, um die Hindernisse zu überwinden. Und alle nehmen es freiwillig in Kauf, verprügelt, verletzt oder sogar erschossen zu werden. Dann hört man, das z.B die spanische Re­gierung Soldaten schicken und die Sicher­heitsvorkehrungen verstärken will. Das Pro­blem ist kein neues, und in der EU wird im­mer wieder diskutiert, was zu tun sei. 

Otto Schily plädierte z.B für Auffang-Lager in Nordafrika, um "das Problem vor Ort anzugehen". Die Afrikaner werden beim Versuch, in die EU zu kommen, teilweise von Sicherheitsleuten erschossen. Es sind unbewaffnete Menschen , die versuchen, ihr Leben zu verändern. Wieso haben diese Leute nicht das Recht, sich auszusuchen, wo sie leben möchten? Uns Europäern steht fast die ganze Welt offen, wir haben das Recht, überallhin zu gehen und uns auszusu­chen, wo wir am besten unser Leben ver­bringen können. Meist haben wir das Glück, dass wir zufrieden sind und einfach "zu Hause " bleiben.

Warum werden Menschen, die dasselbe tun möchten, erschossen??? Weil es Afrika­ner sind??? Die Frage scheint unglaublich, doch kommt sie einem immer wieder in den Kopf. Und dann hört man in den Nachrich­ten noch von den riesigen Ölvorkommen in Afrika und dass Westafrika die am schnell­sten wachsende Ölförderregion der Welt sei. Doch profitieren davon weder diese Länder noch ihre Bewohner, sondern nur interna­tionale Konzerne und die Weltmärkte.

Hinzu kommt, das trotz Richtlinien und Be­stimmungen (z.B. der Weltbank) zum Schutz für Umwelt und Menschenrechte die Le­bensräume der Menschen in den Ölförderregionen stark beeinträchtigt und teilweise sogar zerstört werden.

Die Ausbeutung des ressourcenreichen Kontinents geht weiter. Nordamerika und EU profitieren von Afrikas Öl, Afrikas Dia­manten, Afrikas Bodenschätzen etc; und wenn afrikanische Menschen aufgrund schlechter Lebensbedingungen (auch ent­standen z.B. durch die Ölförderung für den Westen) sich einen anderen Ort zum Leben suchen und am Profit teilhaben möchten, schlägt man ihnen die Tür vor der Nase zu, oder sie werden sogar erschossen. Schließ­lich muss man Europa schützen, wo kommt man denn hin, wenn die jetzt alle hier ein­marschieren?!

Neueste Lösungsansätze der EU-Politi­ker:
Verstärkte Küstenwache am Nordufer des Mittelmeeres. Natürlich hauptsächlich, um Menschenleben zu retten. Außerdem sollen die Ursachen der Wanderungsbewe­gung bekämpft werden, d.h. Armutsbe­kämpfung.

Was die Armut betrifft, wäre das bei wei­tem nicht der erste Versuch. Eine große Überraschung wäre es allerdings, sollten diesbezüglich wirklich einmal konkrete Maßnahmen getroffen .

Die Straßenschlachten in Frankreich, wo junge Leute ( oft ausländischer Herkunft, aber in Frankreich geboren und mit franzö­sischem Pass) gegen die sozialen Ungerech­tigkeiten protestieren.

Diese Konfrontationen werden unaus­weichlich weiter zunehmen und dramati­schere Ausmaße annehmen - bis sich die Welt verändert und die immense Bevölke­rungskluft zwischen Arm und Reich nachlässt.

Weltgeschehnisse müssen global statt lo­kal betrachtet werden. Die Probleme gehen uns, früher oder später, alle an. Ökonomi­sche Apartheid muss besiegt werden.

 
 

 Kommentar v.Julia Ruminski in AFRICA POSITIVE Ausgabe Nr.20/2006

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 "DINNER FOR ALL"

Videospot mit Bob Geldof

und Katja Riemann

Der irische Sänger und Aktivist Bob Geldof tritt gemeinsam mit der deutschen Schauspielerin Katja Riemann in einem kritischen Spot zur deutschen G8-Präsidentschaft auf. In dem Spot wird die aus dem Silvesterklassiker "Dinner for One" bekannte Frage "The same procedure as every year?" aufgegriffen. Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands (G8) werden darin aufgerufen, endlich etwas gegen die Armut in Afrika zu unternehmen.

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130 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule

von: Internationale Elementar-Hilfe e.V. 
Veröffentlichung am 05.09.2001 

 

Für uns ist es selbstverständlich, dass jeder Recht auf Bildung hat und dass hier jedes Kind bis zu einem bestimmten Alter die Schule besuchen muss - egal, ob Junge oder Mädchen. Wir nehmen das einfach so hin, doch einige Menschen haben nicht diese Möglichkeit.

Was wir uns bewusst machen müssen, ist, dass die Bildung und unser Wissen es uns ermöglichen entscheidende Sachen zu ändern und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen, anstatt es dem Schicksal zu überlassen.

Im Gegensatz dazu ist das Schicksal vieler Kinder in den Entwicklungsländern schon vorbestimmt! Ein Kind kommt in einer armen Familie zur Welt und hat vielleicht das "Glück" ein Junge zu sein. Ist dies der Fall, ist die Familie überglücklich und eventuell auch dazu bereit für die Bildung zu zahlen - vorrausgesetzt, sie kann es sich leisten. Von den 130 Millionen Kindern, die nicht zur Schule gehen, sind zwei Drittel Mädchen.

Wenn sich eine Familie die Schule jedoch nicht leisten kann - dies ist eigentlich die Regel - muss das Kind spätestens mit dem sechsten Lebensjahr anfangen zu arbeiten - sowohl Mädchen als auch Jungen - um zur Ernährung der ganzen Familie beizutragen.

Laut UNICEF arbeiten weltweit 250 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren unter Bedingungen, die ihrer Entwicklung schaden. Oft werden sie misshandelt oder müssen gefährliche Tätigkeiten ausüben.

Viele Kinder arbeiten für den Export, da sie billige Arbeitskräfte sind und die Produktion dadurch auch für die Industrieländer billiger wird. Aus diesem Grund überprüfen nur sehr wenige Firmen, ob sie die Kinderarbeit in ihren ausländischen Betrieben unterstützen! 

Besonders hart trifft es in diesen Ländern Mädchen. Die Eltern gehen davon aus, dass sich eine Investition in die Bildung auf keinen Fall lohnt.

Durch Bildung kann das Bevölkerungswachstum reduziert werden: z.B. haben Frauen mit Bildung in Brasilien nur 2,5 Kinder im Schnitt, Frauen ohne Schulbildung dagegen 6,5!

Das Problem der fehlenden Bildung betrifft natürlich auch Jungen, denn für sie ist es ebenso schwer aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Auch sie müssen für einen Hungerlohn arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Wenn sie später eine Familie gründen, wird die Situation vererbt.

Der Grund, wieso Millionen von Kindern keine Grundausbildung bekommen, liegt meistens an falschen politischen Prioritäten in Entwicklungsländern oder eine auf kurze Zeit ausgerichtete Entwicklungshilfepolitik.

Für die betroffenen Familien ist es lohnenswerter die Kinder zur Arbeit zu schicken. Auf lange Sicht gesehen, wird die Situation der Familien immer schlechter. Hier muss die Regierung einschreiten, die von der Entwicklungshilfe unterstützt werden muss.

UN-Kinderrechtskonvention Artikel 28:
"Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung."

Um allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen, wäre in den nächsten zehn Jahren ein Mehraufwand von sieben Milliarden Dollar pro Jahr nötig.

Das ist weniger, als in den USA jedes Jahr für
Kosmetika ausgegeben wird.


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   Bericht Morgenwelt

Wir dürfen Afrika nicht vergessen!

von Dr. Franz Alt

Woher sollen die zugesagten deutschen 500 Millionen Euro für Südasien eigentlich kommen? Es wäre nicht das erste Mal, dass in Berlin Nothilfe aus dem Entwicklungshilfeetat entnommen wird. Geht die aktuelle Hilfe gar zu Lasten der Hilfe für Schwarzafrika?

Die Tsunami-Killerwellen haben die Welt aufgeschreckt. Die sich globalisierende Welt erlebt ihre erste globale Katastrophe. Doch wer seit Jahrzehnten über Naturkatastrophen berichtet weiß, wie rasch eine rein emotionale Spendenbereitschaft sich wieder verflüchtigen kann. Und erfahrene Entwicklungspolitiker wissen, dass Geld zwar wichtig ist, aber nicht das Wichtigste. Am wichtigsten ist die Nähe zu den Betroffenen und zu den Ärmsten. Effektive Entwicklungspolitik muss ganz unten beginnen - in den meisten Entwicklungsländern heißt das: in den Dörfern.

 

 Der Erfolg der kleinen Hilfsorganisationen wie Rupert Neudecks "Grünhelme" oder die Andheri-Hilfe Bonn ist ihre Nähe zu Millionen Dorfbewohnern. Mit relativ wenig Geld und einem minimalen bürokratischen Aufwand erreichen sie sehr viel. Das Geheimnis ihres Erfolges ist, dass sie mit den Menschen vor Ort arbeiten und nicht nur für sie. Wenn die Betroffenen nicht eingebunden sind, kann Hilfe zur Selbsthilfe nicht funktionieren.

 

Zusage zur Umsetzung der 0,7 Prozent-Regelungen liegen bis 2007 von Island, für 2010 von Belgien, für 2012 von Frankreich und Spanien und für 2013 von Großbritannien vor. Englands Außenminister Gordon Brown hat soeben einen "Marschallplan für Afrika" vorgeschlagen. Nichts ist politisch dringlicher, wenn unser Nachbarkontinent nicht völlig in Elend, Korruption und Chaos versinken soll.

 

Es kann dem reichen Europa niemals wirklich gut gehen, wenn es dem armen Schwarzafrika immer schlechter geht. Hunger ist das größte Umweltgift und die furchtbarste politische Zeitbombe. Im letzten Sommer war Europa nicht mal fähig, die im Mittelmeer von der Cap Anamur geretteten 37 Boot-People aufzunehmen! Wir wissen sehr wohl, dass zurzeit jedes Jahr mehrere Tausend afrikanische Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken. Wir lassen sie bewusst ertrinken und verdrängen ein Problem, das immer größer wird.

Solange auch in Deutschland der Militärhaushalt etwa sechsmal höher ist, als der Haushalt für Entwicklungspolitik sind die Prioritäten noch immer falsch. Entwicklungspolitik ist Sicherheits- und Friedenspolitik.

 

Dr. Franz Alt


 

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